"Ausgerechnet dann wenn's besonders
darauf ankommt, sind Kranke meist
nicht in der Lage, zu äußern,
wie sie behandelt werden möchten."
Klarheit und Aussagekraft einer
Patientenverfügung sind entscheidend
Auf die meisten von uns werden früher oder später einmal Situationen zukommen, in denen weitreichende medizinische Behandlungs-Entscheidungen zu treffen sind.
Im Idealfall ist dann genügend Zeit, um nach ärztlicher Beratung und nach gemeinsamem Überlegen mit nahestehenden Menschen, das den eigenen Vorstellungen entsprechende Vorgehen zu wählen.
Gerade in Fällen, in denen sehr gewichtige Entscheidungen zu treffen sind, ist ein Kranker jedoch oft nicht in der Lage, seinen eigenen Willen zum Ausdruck zu bringen. Etwa bei Vorliegen einer schwereren Demenz oder auch "nur" wegen akuter Bewusstlosigkeit.
Dann entscheiden andere!
Schutz vor "bösen Überraschungen"
Handlungsleitend ist dann in der Regel der akutmedizinische Standard. Das heißt, alles, was medizinisch möglich ist, wird auch angewendet.
Sie sollten sich im Vorhinein rechtzeitig mit den denkbar später einmal eintretenden Szenarien befassen. Insbesondere, wenn Sie lebenserhaltende Therapien unter bestimmten Vorzeichen nicht mehr wünschen oder falls diese gegebenenfalls begrenzt werden sollen.
Für den Fall einer eventuell eintretenden Entscheidungs-Unfähigkeit können Sie durch das Erstellen einer Vorsorgevollmacht verbindlich eine Vertrauensperson als Ihre/n Vertreter/in benennen. Deren Aufgabe ist, Ihren Willen im Anwendungsfall zu artikulieren und durchzusetzen.
In einer Patientenverfügung können Sie Ihre Vorstellungen und Ihren persönlichen Willen im Hinblick auf möglicherweise zukünftig einmal eintretende Behandlungssituationen im Vorhinein schriftlich festhalten.
Für deren Umsetzbarkeit ist jedoch von entscheidender Bedeutung, dass Sie sich der Tragweite der darin getroffenen Entscheidungen bewusst waren und sind. Nur dann kann diese unmittelbar umgesetzt werden (Näheres dazu -> Informierte Einwilligung).
Für die Stellvertreter-Entscheidungen Ihrer/s Bevollmächtigten ist Ihre Patientenverfügung nicht nur wichtige Orientierung, sondern vielmehr verbindlicher Maßstab.
Rechtzeitige Vorsorge durch Vollmacht und anwendbare
Patientenverfügung entlastet sowohl Sie selbst als auch Ihre Angehörigen
Indem Sie sich um eine aussagekräftige und anwendbare Patientenverfügung kümmern, entlasten Sie sich selbst, Ihre/n Bevollmächtigte/n und darüberhinaus auch Angehörige und andere Ihnen nahestehende Personen.
Die bei dem Verfassen einer Patientenverfügung zu bedenkenden medizinischen, ethischen und rechtlichen Fragen sind umfangreich und vielfältig.
Eine fachkundige Beratung - wie sie von Ärzten und anderen Experten empfohlen wird - ist darum von grundlegender Bedeutung. Wir unterstützen Sie dabei kompetent und mit großer Sorgfalt.
